
Stundung
Das Wichtigste auf einen Blick
- Eine Stundung verschiebt die Zahlung einer fälligen Schuld auf einen späteren Zeitpunkt.
- Sie wird in der Regel gewährt, wenn eine zeitlich begrenzte finanzielle Notlage nachgewiesen werden kann.
- Eine Stundung ist bei verschiedenen Arten von Schulden möglich. Dazu zählen Kredite, Steuern oder Rechnungen.
Der Begriff „Stundung“ bezeichnet die Verschiebung einer fälligen Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt. Wenn Sie eine offene Forderung stunden, müssen Sie also nicht sofort bezahlen.
Inhaltsverzeichnis
Stundung bei einer finanziellen Notlage
Stundungen werden oft genutzt, wenn jemand vorübergehend nicht zahlen kann. Das kann bei Krediten, Steuern oder offenen Rechnungen sein. Dieses Vorgehen verschafft Ihnen in dieser Situation etwas Luft. Sie müssen dann keine weiteren Mahngebühren oder andere Strafen fürchten.
Besonders bei großen Zahlungen, wie Steuernachzahlungen oder Kreditraten, kann eine Stundung helfen. Sie gibt mehr Zeit für die Rückzahlung. Allerdings bedeutet das nicht, dass die Zahlung entfällt – sie wird lediglich verschoben.
Der Unterschied zwischen Stundung und Ratenzahlung
Oftmals werden die Begriffe verwechselt. Bei einer Stundung wird die gesamte fällige Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Im Gegensatz dazu wird bei einer Ratenzahlung der fällige Betrag in kleinere, regelmäßig zu leistende Zahlungen aufgeteilt. Der geschuldete Betrag muss nicht auf einmal gezahlt werden, und es bleibt genug Spielraum für feste Ausgaben.
Eine Haushaltsrechnung kann helfen, den Überblick über die eigenen Finanzen zu behalten. So kann man besser planen und sicherstellen, dass alles passt. Werden Ratenzahlungen wie bei einem Kredit ausgesetzt, spricht man ebenfalls von einer Stundung.
Beispiele für Stundungen
Ein solcher Antrag ist sinnvoll, wenn Sie vorübergehend nicht in der Lage sind, einen offenen Betrag zu zahlen. Man spricht dann von einer erheblichen Härte. Dabei ist es egal, ob private oder geschäftliche Gründe für Ihre finanzielle Situation vorliegen.
Kredite oder Darlehen
Die Stundung eines Darlehens oder Kredits ist dann ratsam, wenn Kreditnehmer finanzielle Probleme haben und ihre monatlichen Raten vorübergehend nicht zahlen können. Dafür muss bei der Bank eine offizielle Anfrage gestellt werden. Wichtig ist: Die Bank kann einen Antrag ablehnen, wenn beispielsweise nachweislich falsche Angaben gemacht wurden.
Ein Beispiel für die Stundung eines Kredits:
Sie haben einen Kredit für ein Auto aufgenommen und zahlen monatliche Raten. Plötzlich verlieren Sie Ihren Job und können sich die monatlichen Zahlungen nicht mehr leisten. Statt die Monatsrate nicht mehr zu zahlen, stellen Sie bei der Bank einen Antrag. Bitten Sie darum, die Ratenzahlungen zu pausieren, bis Sie wieder zahlen können. Während dieser Zeit fallen normalerweise weiterhin Zinsen an. Aber: Sie erhalten die dringend benötigte finanzielle Verschnaufpause.
Ratenanpassung vor Stundung
Es muss gar nicht erst soweit kommen, dass eine Kreditrate nicht mehr beglichen werden kann. Wenn Sie einen finanziellen Engpass in naher Zukunft befürchten, fragen Sie rechtzeitig bei Ihrem Kreditgeber nach einer Ratenanpassung an. So können Sie die Monatsrate dauerhaft oder vorläufig verringern und sich finanziell entlasten. Bei der faire Credit können Sie eine solche Ratenanpassung übrigens jederzeit mit nur wenigen Klicks in der fairen Credit App selbst durchführen.
Steuerschulden oder Steuernachzahlungen
Die Stundung von Steuern ist dann wichtig, wenn Personen ihre fälligen Steuerschulden oder Steuernachzahlungen nicht sofort bezahlen können. In solchen Fällen kann ein Stundungsantrag beim zuständigen Finanzamt gestellt werden. Wird eine Stundung bei der Einkommenssteuer oder anderen Steuern nicht gewährt, kann angefragt werden, ob eine Ratenzahlung beim Finanzamt möglich ist.
Ein Beispiel für die Stundung beim Finanzamt:
Sie sind selbstständig tätig und haben im letzten Jahr Einkünfte erzielt. Nun steht die Steuererklärung für dieses letzte Jahr an. Ihre Einkünfte waren so hoch, dass eine hohe Steuernachzahlung fällig ist, die Sie kurzfristig nicht begleichen können. In einem solchen Fall stellen Sie einen Antrag auf Stundung der Einkommensteuer beim Finanzamt. So können Sie die Zahlung auf später verschieben.
Rechnungen oder anderen Forderungen
Ist eine Zahlung in voller Höhe gerade nicht möglich, kann auch hier ein Stundungsantrag gestellt werden. Unternehmen oder private Gläubiger entscheiden nach eigenen Kriterien, ob sie die Bitte gewähren und den Zahlungstermin auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Ein Gläubiger ist eine Person, die Geld von einer anderen Person bekommt.
Achten Sie auf die Zinsen
Bei der Stundung einer Zahlung bleiben die Schulden bestehen und oft laufen die Zinsen während des Stundungszeitraums weiter. Das bedeutet, dass die Gesamtschuld am Ende höher ausfällt. Informieren Sie sich daher über mögliche Zinskosten und berücksichtigen Sie diese bei Ihrer Entscheidung für einen solchen Weg.
Zinslose Stundungen gab es nur in Ausnahmefällen, wie beispielsweise während der Corona-Pandemie für bestimmte Steuerzahlungen.
Voraussetzungen für eine Stundung
Die Voraussetzungen sind je nach Schuldenart und Gläubiger unterschiedlich, aber meist ähnlich.
- Finanzielle Notlage: Die zentrale Voraussetzung ist in der Regel eine nachgewiesene finanzielle Härte für den Schuldner. Der Schuldner muss zeigen, dass er den Betrag jetzt nicht zahlen kann, ohne in einen großen finanziellen Engpass zu kommen. Das geschieht durch Nachweise wie Kontoauszüge, Einkommensnachweise oder eine Übersicht über Verbindlichkeiten.
- Vorübergehende Schwierigkeiten: Eine Stundung ist meist nur möglich, wenn die finanziellen Probleme vorübergehend sind. Das bedeutet, sie sind zeitlich begrenzt. Der Gläubiger muss sichergehen können, dass der Schuldner nach der vereinbarten Zeit wieder zahlen kann.
- Kein vorheriger Zahlungsverzug: Viele Gläubiger erwarten, dass bis zum Antrag alle Zahlungen pünktlich geleistet wurden. Wer vorher schon mit Zahlungen im Rückstand war, bekommt eine Stundung oft schwerer, da die Zahlungsfähigkeit unsicher wirkt.
Antragstellung: Eine Stundung muss in der Regel offiziell beantragt werden. Das erfordert meist ein formelles Schreiben wie einen Brief, in dem die Gründe ausführlich dargelegt werden.
FAQ: Häufige Fragen zum Thema Stundung
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Was bedeutet Stundung?
Eine Stundung bedeutet, dass eine fällige Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben wird. Die ursprüngliche Verpflichtung bleibt bestehen, aber der Schuldner erhält mehr Zeit, um den Betrag zu begleichen. Im Stundungszeitraum fallen oft weiterhin Zinsen an und für die Rückzahlung wird eine Frist vereinbart.
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Wie beantrage ich eine Stundung?
Der Antrag muss schriftlich gestellt werden. Er sollte erklären, warum im Moment nicht gezahlt werden kann. Außerdem sollte ein Vorschlag gemacht werden, wann die Zahlung möglich ist. In vielen Fällen reicht ein formloses Schreiben. Bei Krediten und Steuern gibt es oft offizielle Formulare, die Sie ausfüllen und beim Kreditinstitut oder Finanzamt einreichen.
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Fallen bei einer Stundung zusätzliche Kosten an?
Ja, in vielen Fällen ist sie mit zusätzlichen Zinsen verbunden, da die Schuld im Stundungszeitraum weiter verzinst wird. Je nach Vertrag und Geldgeber/Unternehmen können auch Bearbeitungsgebühren oder andere Kosten im Zusammenhang mit der Stundung entstehen.
Es ist ratsam, dies im Voraus zu klären. Bei Steuern oder offenen Rechnungen lässt sich oft eine Ratenzahlung vereinbaren. So vermeiden Sie Zinsen.
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Wie beantrage ich eine Stundung der Steuerschuld beim Finanzamt?
Sie können beim Finanzamt eine Stundung schriftlich beantragen. Geben Sie an, warum Sie die Steuer aktuell nicht zahlen können. Fügen Sie Nachweise zu Ihrer finanziellen Lage bei, zum Beispiel Kontoauszüge. Das Finanzamt prüft Ihren Antrag und entscheidet, ob die Stundung möglich ist.
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Kann ich Steuern in Raten zahlen, wenn ich die Nachzahlung nicht auf einmal leisten kann?
Ja, oft können Sie Steuern in Raten zahlen. Stellen Sie dafür einen Antrag beim Finanzamt. Geben Sie an, wie viel Sie monatlich zahlen können. Wenn nötig, können Sie auch eine Stundung beantragen, um Zeit zu gewinnen.
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Wie unterscheiden sich Ratenzahlung und Stundung?
Bei einer Stundung wird die Fälligkeit einer Zahlung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sie zahlen während der Stundung nichts, aber die Schuld bleibt bestehen. Hierbei können Zinsen anfallen. Bei einer Ratenzahlung zahlen Sie die Schuld in kleinen Beträgen über mehrere Monate ab. Auch hier können Zinsen anfallen. Kurz gesagt: Eine Stundung verschiebt die Zahlung, eine Ratenzahlung teilt sie auf.
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